Herr Linnemann, handeln Sie jetzt! – Warum eine weitere Kommission nicht gegen den Pflegenotstand hilft

  • „Strukturkommission Pflege“ verzögert dringend notwendige Reformen
Eine alte Frau hält sich am Griff des Pflegebettes fest
© IMAGO/Inga Kjer, photothek.net

Die Ankündigung von Gesundheitsminister Carsten Linnemann, eine weitere „Strukturkommission Pflege“ einzuberufen, ist ein klares Signal des Aufschiebens. „Die Konzepte zur Reform der Pflege und Pflegeversicherung liegen längst auf dem Tisch – was fehlt, ist der politische Wille, sie endlich umzusetzen“, betont VdK-NRW-Präsident Horst Vöge. „Statt die dringend notwendigen Maßnahmen weiter zu verzögern, muss die Politik jetzt handeln.“

Der Notstand ist bereits da 

Gegenüber der FAZ räumte Linnemann ein, dass unser Pflegesystem nicht zukunftsfest ist. Doch die Krise ist keine ferne Drohung – sie ist längst Realität. Pflegekräfte sind am Limit, Angehörige überlastet, und die Qualität der Versorgung leidet. Schon heute fehlen zehntausende Fachkräfte, und die Zahl der Pflegebedürftigen steigt rasant. Aktuellen Hochrechnungen zufolge auf 7,5 Millionen bis 2050.

Konzepte existieren – die Umsetzung fehlt

Es gab bereits eine Pflegekommission, und es gibt unzählige Studien, Gutachten und Reformvorschläge. „Eine weitere Kommission wird keine neuen Erkenntnisse bringen – sie wird nur die dringend notwendigen Entscheidungen weiter hinauszögern“, warnt Horst Vöge.

Die Pflege braucht keine weiteren Analysen – sie braucht Taten. Der VdK NRW fordert die Politik auf, die vorhandenen Konzepte endlich umzusetzen und den Pflegenotstand aktiv zu bekämpfen. „Die Menschen in NRW und ganz Deutschland können nicht länger warten. Herr Linnemann, handeln Sie jetzt!“