Pflegeversicherung am Limit – VdK NRW mahnt Bund zur Übernahme von Pandemiekosten
Die zögerliche Entscheidung über die künftige Finanzierung der Pflegeversicherung verschärft die ohnehin angespannte Lage. Aus Sicht des Sozialverbands VdK NRW darf eine Reform nicht länger aufgeschoben werden.

Besonders kritisch ist, dass die aus der Pflegeversicherung getragenen Kosten zur Bewältigung der Coronapandemie in Höhe von 5,2 Milliarden Euro bis heute nicht erstattet wurden. Dies trägt maßgeblich zur finanziellen Schieflage des Systems bei.
„Es kann nicht sein, dass die Versicherten immer weiter belastet werden, während der Bund seine Verantwortung nicht wahrnimmt“, erklärt Horst Vöge, Präsident des VdK NRW. „Die ausstehenden Pandemiekosten müssen endlich beglichen werden. Auch die Rentenansprüche für pflegende Angehörige sollten vom Bund übernommen werden.“
Vöge fordert die Politik auf, zügig handlungsfähige Lösungen zu erarbeiten. Eine weitere Belastung der Beitragszahlenden sei sozialpolitisch nicht vertretbar. „Alternativen wie eine Reform der Erbschaftssteuer oder die Wiedereinführung der Vermögenssteuer müssen auf den Tisch. Die Pflegeversicherung darf nicht zum Spielball der Politik werden.“