
vilmA-Preisverleihung rührt zu Tränen: VdK NRW zeichnet im Landtag Menschen mit Behinderung aus
„Ich bin der glücklichste Mensch der Welt!“, ruft Marion Mellinghoff ins Mikrofon und streckt stolz den vilmA-Pokal in die Höhe. Die Dinslakenerin ist eine von acht Gewinnerinnen und Gewinnern des VdK-Preises für Menschen mit Behinderung in Beschäftigung und Ausbildung. Bereits zum zehnten Mal hat der Sozialverband am 1. Dezember 2025 herausragende berufliche Teilhabe ausgezeichnet – diesmal in einem besonderen Rahmen: vor 200 Gästen im Plenarsaal des NRW-Landtags.

Es sind bewegende Geschichten von Menschen aus Coesfeld, Dinslaken, Essen, Mönchengladbach, Münster, Oberhausen, Ratingen und Siegen, die den Beinamen des vilmA-Preises mehr als verdienen: vorbildlich, individuell, leistungsstark und motiviert in der Arbeitswelt.
André Kuper, NRW-Landtagspräsident und zum dritten Mal vilmA-Schirmherr, bezeichnete die Preisträgerinnen und Preisträger als wahre Mutmacher: „Der Preis macht die leisen Stimmen der Gesellschaft wahrnehmbar, weil er Engagement und Erfolge von Menschen mit Behinderung in Betrieben, Verwaltungen, Hochschulen oder Werkstätten sichtbar macht. Der VdK würdigt mit dem Preis die individuellen Leistungen, feiert die Vielfalt unserer Gesellschaft und ist ein inspirierendes Signal für Inklusion in Nordrhein-Westfalen. Wir sind, ich bin, sehr stolz auf Sie!“
Würdige Beispiele
Dabei ist für diese Menschen der Weg auf den ersten Arbeitsmarkt mit zahlreichen Hürden verbunden, wie VdK-Vize-Präsident Peter Jeromin betonte: „Obwohl Fachkräfte fehlen, dauert für Menschen mit Behinderung die Jobsuche im Schnitt viele Monate länger als für Menschen ohne Beeinträchtigung.
Der Weg zu mehr Teilhabe bleibt – ungeachtet einiger Fortschritte bei der Inklusion – weiterhin sehr beschwerlich. Genau deshalb soll der Preis ein deutliches Signal an die Arbeitswelt senden: Arbeitgeber sollten ihrer Verantwortung, Menschen mit Behinderung einzustellen, viel stärker nachkommen.“
Der VdK NRW geht mit gutem Beispiel voran
Zehn Prozent der hauptamtlichen Beschäftigten haben eine anerkannte Behinderung, der Landesschnitt liegt nur bei 4,4 Prozent. Auch deshalb fand Preisträgerin Faowzia Möwes bei ihrer Dankesrede klare Worte: „Deutschland im Jahr 2025 – der Arbeitsmarkt ist nicht wirklich inklusiv und an Barrierefreiheit in Gebäuden und im öffentlichen Raum mangelt es gewaltig.
Sorgen wir endlich alle dafür, dass Teilhabe kein leeres Versprechen bleibt.“ Ein donnernder Applaus war ihr garantiert – auch von zahlreichen ehemaligen vilmA-Champions, die der Sozialverband VdK zur 10. Verleihung nach Düsseldorf eingeladen hatte.
Wie sehr die Veranstaltung ans Herz ging, verriet Laudatorin Anke Unger vom DGBkurz fürDeutscher Gewerkschaftsbund NRW: „Ich bin zum ersten Mal dabei, richtig gerührt und habe auch schon die ein oder andere Träne verdrückt. So starte ich gerne in eine Woche!“ Zum Schluss bedankte sich der Jury-Vorsitzende Wilfried Böhm bei allen Beteiligten und kündigte die nächste Ausschreibung des Preises für 2027 an.
Die Champions 2025
Das sind die vilmA-Preisträgerinnen und Preisträger 2025. In den kommenden Ausgaben unserer VdK-Zeitung werden wir jede(n) ausführlich vorstellen.
Dennis Baaske, Mitarbeiter der Reinraummontage bei der ABB AG in Ratingen
Susanne Höch, Frauenbeauftragte bei den Werkstätten der Lebenshilfe Oberhausen und außerdem Sortiererin bei der Firma Sträubli
Delia Jung, Lehrerin an der Johanna-Ruß-Waldorfschule in Siegen
Sylwia Knorr, Verwaltungsangestellte bei der gemeinnützigen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Hephata mbH Mönchengladbach
Tobias Koddebusch, landwirtschaftlicher Helfer bei der Bertelsbeck GbR in Coesfeld
Marion Mellinghoff, Betreuungsassistentin sowie Sterbe- und Trauerbegleiterin in der Curata Seniorenresidenz in Dinslaken
Faowzia Möwes, Leiterin des Projekts „SelbsthilfeHelden“ bei der LAG Selbsthilfe NRW in Münster
Sharuja Thangakumaran, Auszubildende zur Vermessungstechnikerin beim Regionalverband Ruhr in Essen
