Gärtnern hält fit – Engagement hält zusammen
Wie die Heiligenhauser OV-Vorsitzende Gudrun Rudolph Kraft für ihr Ehrenamt tankt.
Es ist ein sonniger Vormittag in der Kleingartenanlage Leibeck. Gudrun Rudolph steht mit der elektrischen Gartenschere in der Hand zwischen ihren wildblühenden Beeten, während im Hintergrund das Brummen eines Rasenmähers aus einem der Nachbargärten zu hören ist. Die VdK-Ortsvorsitzende – und frisch gewählte Behindertenbeauftragte der Stadt Heiligenhaus – hat hier einen Ort gefunden, der ihr die Energie für ihre vielen Ehrenämter gibt.
Seit April 2004 hegt Gudrun Rudolph ihren Garten und ist seit 2013 sogar im Vorstand des Kleingartenvereins Leibeck aktiv. 95 Gärten und ein Imkergarten gehören zu dem Areal entlang der Leibecker Straße. Zwischen Beeten und Lauben pflegen die Kleingärtnerinnen und -gärtner ein buntes Vereinsleben mit Karnevals- und Weihnachtsfeiern, regelmäßigen Dart- oder Fußballabenden oder dem jährlichen Sommerfest. Dreh- und Angelpunkt ist das gemeinsame Vereinshaus, indem auch Gudrun Rudolph ein bis zweimal im Monat den Bardienst übernimmt, „immer sonntags von 11 bis 13 Uhr, „da kommt man ins Gespräch, hört, was die Leute bewegt – und das ist oft ähnlich wie in meiner VdK-Sprechstunde“.
Gärtnern als Ausgleich
Zur Parzelle von Gudrun Rudolph gehört auch eine rund 24 m² große Gartenlaube mit Terrasse, Grill und Outdoor-Sofa – der perfekte Ort, um sich nach der Gartenarbeit zu entspannen. „Im Sommer verbringe ich bis zu zehn Stunden hier – wenn die Ehrenämter es zulassen“, sagt sie lachend. „Aber selbst im Winter war ich hier um Haselsträucher stutzen oder Hecken zurückzuschneiden.“
Im Frühjahr beginnt die arbeitsreichste Zeit im Garten: Blumentöpfe neu bepflanzen, Rasen mähen, Beete von Unkraut befreien, Kartoffeln in die Erde setzen… es gibt immer etwas zu tun. Denn neben bunt leuchtenden Staudenbeeten und blühenden Beerensträucher finden im Schrebergarten auch Beete mit Kräutern, Salat, Kohl und anderen Gemüsesorten ihren Platz: 10 Prozent Nutzbeflanzung – so schreibt es die Satzung der Kleingartenanlage vor. Doch nicht immer beschert das eine reiche Ernte. „Letztes Jahr hat ein Dachs auf der Suche nach Futter mehrmals meine Beete durchwühlt“, erzählt Gudrun Rudolph halb amüsiert, halb erbost. „In eines der Löcher bin ich fast reingestürzt.“
Engagiert vor Ort
Seit Kurzem hat die ehemalige Kinderkrankenschwester ein weiteres Ehrenamt übernommen – als Behindertenbeauftragte der Stadt Heiligenhaus. „Ich will den Menschen helfen“, sagt sie. „Viele wissen gar nicht, welche Hürden es im Alltag gibt – ob beim Arztbesuch oder bei Behördengängen.“ Zweimal im Monat wird sie künftig zusätzlich zu den VdK-Sprechstunden als Ansprechpartnerin für Menschen mit Behinderung zur Verfügung stehen und sich im städtischen Sozialausschuss für deren Interessen einsetzen.
Gemeinschaft verbindet
Der Kleingartenverein ist ein Mikrokosmos der Gesellschaft: Jung und Alt, Familien mit kleinen Kindern und Singles – alle eint die Liebe zum Gärtnern. „Wir unterstützen uns hier gegenseitig.“ sagt Gudrun Rudolph. „Als mein Gartenzaun repariert werden musste, hat mein Nachbar kurzerhand Material besorgt und den Zaun geflickt“.
Auch der VdK-Ortsverband profitiert von dieser Gemeinschaft. Das diesjährige Sommerfest am 11. Juli findet wieder im Vereinsheim der Kleingartenanlage statt – eine gute Gelegenheit die Gartenanlage zu erkunden oder sich auf der Sonnenterrasse bei Waffeln und Kaffee auszutauschen.
Info: So gesund ist Gartenarbeit
SCHON GEWUSST?
Gartenarbeit hat tatsächlich einen positiven Einfluss auf die Gesundheit – das belegen zahlreiche Studien. Die Arbeit und Bewegung an der frischen Luft können das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes senken, die Ausdauer verbessern und das Immunsystem stärken.
Wer nicht das Glück hat, ein Haus mit Garten zu besitzen, für den ist ein Schrebergarten durchaus eine gute Alternative. In vielen größeren Städten gibt es inzwischen auch Gemeinschaftsgärten, die man kostenlos mitgestalten kann.