Sommerferien dürfen keine Frage des Geldbeutels sein

Von: Martin Franke und Tobias Zaplata
Hände halten eine leere Brieftasche
© IMAGO/Thomas Trutschel, photothek.net

„Wenn Familien sich weder Urlaub noch eine verlässliche Ferienbetreuung leisten können, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass soziale Teilhabe vom Geldbeutel abhängt. Auch Kinder aus Familien mit geringem Einkommen haben ein Recht auf einen unbeschwerten Sommer.“

Horst Vöge, Präsident des VdK NRW

Mit dem Start der Sommerferien freuen sich viele Familien auf Erholung und gemeinsame Zeit. Für zahlreiche Menschen in NRW ist ein Urlaub jedoch keine Option. Durch die Preissteigerungen für Unterkünfte, Freizeitangebote, Verpflegung und Mobilität werden selbst Kurzurlaube innerhalb Deutschlands oder dem benachbarten Ausland für viele Familien zu teuer.

Laut heutiger Mitteilung von IT.NRW wohnten im vergangenen Jahr rund 4,1 Millionen Menschen in Haushalten, die es sich nicht leisten konnten, eine Woche im Jahr außerhalb der eigenen vier Wände Urlaub zu machen. Besonders Alleinerziehende und kinderreiche Familien sind von dieser Entwicklung betroffen. Gleichzeitig stellen die langen Ferien viele Eltern vor große organisatorische Herausforderungen bei der Kinderbetreuung.

Quelle: Externer Link:NRW: 4,1 Millionen Menschen konnten sich 2025 keine Woche Urlaub leisten | Landesbetrieb IT.NRW

Zwar fördert das Land NRW Urlaubsaufenthalte einkommensschwacher Familien und stellt dafür 2026 insgesamt 3,4 Millionen Euro bereit. Doch die Fördermittel reichen seit Jahren nicht aus, um den hohen Bedarf zu decken.

„Wir fordern deshalb eine deutliche Stärkung der Familienferienförderung sowie mehr bezahlbare Ferien- und Erholungsangebote. Ebenso braucht es eine verlässliche, wohnortnahe und bezahlbare Ferienbetreuung“, sagt Präsident Horst Vöge – gerade vor dem Hintergrund, dass einkommensschwache Familien überdurchschnittlich häufig in schlecht gedämmten und deshalb in stark aufgeheizten Wohnungen leben.