„Rente krisenfest machen“ – „Pflege neu denken“ – „Gesundheitsversorgung vor Ort verbessern“

Von: Tobias Zaplata

Sozialverband VdK NRW fordert von der Politik gute Vorsätze für 2026

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„Die Menschen erwarten endlich Lösungen und kein weiteres Jahr des Stillstands und des politischen Streits“, sagt VdK-Präsident Horst Vöge zum Start des neuen Jahres. Mit inzwischen 432.000 Mitgliedern (Vorjahr: 425.000) habe der Verband in NRW weiter eine starke Stimme in der Öffentlichkeit und bleibe attraktiv.

Bei Rente, Pflege und Gesundheitsversorgung sieht der VdK auch die Landesregierung in der Pflicht und erwartet klare Impulse Richtung Berlin. „Spätestens bis zum Ende der Sommerferien müssen Ergebnisse auf dem Tisch liegen. Dann befinden wir uns nur noch ein Jahr vor den NRW-Landtagswahlen. Aussitzen bis dahin ist keine Option!“

Rente krisenfest machen

Das erste Rentenpaket ist auf den Weg gebracht, doch damit ist der Handlungsbedarf längst nicht gedeckt. „Die gesetzliche Rente ist weiterhin nicht krisenfest aufgestellt – gerade mit Blick auf die jüngere Generation und die Herausforderungen durch die Baby-Boomer. Schon bis 2030 werden zehn Prozent mehr Rentnerinnen und Rentner in NRW leben als heute, in ländlichen Region sind es zum Teil 20 Prozent. Anstatt immer neuer verbaler Test-Ballons, mit denen lediglich Stimmungen ausgelotet werden, braucht es eine echte wie mutige Reform“, betont VdK-Präsident Horst Vöge.

Die angekündigte Kommission müsse das Rentensystem 2026 grundlegend weiterentwickeln und auch darüber diskutieren, wie wir die Menschen besser für den Arbeitsmarkt fördern bzw. fitmachen können. Berufsgruppen dürfen bei künftigen Konzepten nicht gegeneinander ausgespielt und Frauen nicht benachteiligt werden. Der VdK fordert seit Langem die Auflösung des sogenannten dualen Systems: Rente und Pension müssen zusammengeführt werden. Auch Beamtinnen und Beamte müssen in die gesetzliche Rente einzahlen.

Pflege neu denken

Der VdK fordert ein Umdenken in der Pflege: eine solidarische Pflegevollversicherung, in die Beamte, Abgeordnete und Selbstständige einzahlen, soll einen deutlich höheren Anteil der Pflegekosten übernehmen als die aktuelle Teilversicherung. „Die Kommission muss diesen mutigen Schritt gehen“, sagt Horst Vöge.

Zugleich brauche es eine stärkere kommunale Ausrichtung, etwa durch lokal verankerte Pflege-Anlaufstellen - finanziell ausreichend unterstützt von Bund und Ländern. Dies würde auch pflegende Angehörige entlasten. Zudem müssten die Pflegegrade klar und verbindlich definiert werden – bisher existiert nur ein Sammelsurium unverbindlicher Ansätze. Und: Vorschläge zur Reduzierung der Eigenanteile bei der stationären Pflege, die im Durchschnitt in NRW bei über 3.000 Euro im Monat liegen, fehlen hingegen vollständig. Dabei sollte genau dies ein Kernauftrag der Kommission sein.

Gesundheitsversorgung vor Ort verbessern

Mit dem demografischen Wandel steigt der Bedarf an wohnortnahen, unterstützenden Angeboten – gleichzeitig explodieren die Kosten im Gesundheitswesen. „Diese Entwicklung darf nicht zulasten derjenigen gehen, die vor allem auf eine verlässliche Versorgung angewiesen sind“, unterstreicht VdK-Präsident Horst Vöge. „Gerade im ländlichen Raum droht ein Versorgungsengpass. Fehlende Hausärztinnen und Hausärzte bedeuten im Umkehrschluss längere Wege, schlechtere Betreuung und im schlimmsten Fall den Verlust der Selbstständigkeit. Gegen diese drohende Entvölkerung muss gegengearbeitet werden.“ Der VdK fordert daher eine gezielte Förderung von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), um ärztliche, pflegerische und therapeutische Angebote wohnortnah zu bündeln. Zudem erwartet der Verband, dass die Umsetzung der Krankenhausreform konsequent fortgeführt wird und Qualität, Erreichbarkeit sowie Patientensicherheit in den Mittelpunkt gestellt werden.