Kein Rotstift bei der Inklusion

Von: Tobias Zaplata
Ein Busfahrer hilft einer älteren Frau dabei, einen Mann im Rollstuhl über die Rampe in den Bus zu schieben
© IMAGO/Shotshop

Angesichts angespannter Haushalte warnt der VdK NRW eindringlich davor, bei der Inklusion den Rotstift anzusetzen. Damit teilt der Verband die Position von Jürgen Dusel, dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, in einem aktuellen STERN-Interview.

VdK-Präsident Horst Vöge betont: „Menschen mit Behinderung dürfen nicht die Leidtragenden von Sparmaßnahmen sein. Künftige Haushalte müssen einen verbindlichen Rahmen für mehr Teilhabe schaffen. Das Ziel muss eine barrierefreie Gesellschaft sein – davon sind wir jedoch noch weit entfernt, zum Beispiel beim Wohnungsbau, im öffentlichen Nahverkehr, in Behörden, bei der Gesundheitsversorgung oder beim Zugang zu Bildung und Arbeit.“

In NRW haben rund zwei Millionen Menschen eine anerkannte Schwerbehinderung. Rund 80 Prozent von ihnen sind älter als 54 Jahre. „Sie brauchen Verlässlichkeit und keine Kürzungen bei den Leistungen, die ihnen ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben ermöglichen“, sagt Horst Vöge.