GKV-Patienten zahlen die Zeche

Von: Vanessa Rengers-Patz und Tobias Zaplata

Das GKVkurz fürGesetzliche Krankenversicherung-Beitragsstabilisierungsgesetz wird die Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung nicht nachhaltig lösen, sondern die Belastungen zunehmend auf die Krankenkassen und Versicherten verlagern. 

Ein Schild weist auf die Notaufnahme, das Krankenhaus und das Altenpflegeheim hin
© IMAGO/Florian Gaertner, photothek.net

„Wenn der Bund seinen gesetzlichen Verpflichtungen nicht nachkommt, zahlen GKVkurz fürGesetzliche Krankenversicherung-Patienten die Zeche. Eine Verschiebung der Verantwortung auf die Versicherten ist sozialpolitisch höchst problematisch."

Horst Vöge, Präsident des Sozialverbands VdK NRW

Das GKVkurz fürGesetzliche Krankenversicherung-Beitragsstabilisierungsgesetz wird die Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung nicht nachhaltig lösen, sondern die Belastungen zunehmend auf die Krankenkassen und Versicherten verlagern. Die Rückmeldungen unserer 425.000 Mitglieder in NRW zeigen: „Immer häufiger entstehen erhebliche Eigenanteile für Patientinnen und Patienten oder ihnen wurden kostenpflichtige Zusatzleistungen angeboten. Das gefährdet die Akzeptanz der solidarischen Krankenversicherung“, betont Horst Vöge.

Besonders kritisch sind Überlegungen zu bewerten, die eine stärkere finanzielle Eigenbeteiligung einzelner Versichertengruppen vorsehen. Frauen könnten von solchen Entwicklungen in besonderem Maße betroffen sein, wenn Leistungen, die sie häufiger oder in bestimmten Lebensphasen stärker benötigen, künftig stärker vom eigenen Einkommen abhängig gemacht werden.

Eine solche Verschiebung der Verantwortung auf die Versicherten ist sozialpolitisch höchst problematisch. Der Bund muss seine gesetzlichen Finanzierungsverpflichtungen erfüllen, statt Finanzierungslücken über zusätzliche Belastungen der GKVkurz fürGesetzliche Krankenversicherung-Versicherten zu schließen.