Bestehende Strukturen endlich auf den Prüfstand stellen

Von: Vanessa Rengers-Patz und Tobias Zaplata

Sozialverband VdK NRW zur Pflegereform: Die Systemfrage ist drängender denn je

Eine Pflegerin wechselt einer alten Frau den Verband
© IMAGO/Kzenonx, Panthermedia

Unser Präsident Horst Vöge nimmt auf die vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachte Pflegereform wie folgt Stellung:

"Wann werden die bestehenden Strukturen endlich wirklich unter die Lupe genommen? Statt immer neue Hürden zu schaffen, die an den tatsächlichen Nöten und Erwartungen der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen vorbeigehen, sollte der Blick dorthin gerichtet werden, wo Geld verloren geht: auf Schlupflöcher, Fehlsteuerungen, unnötige Bürokratie und Mittel, die nicht dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden.

Es kann nicht sein, dass diejenigen, die ohnehin auf Unterstützung angewiesen sind, sich durch immer neue Barrieren kämpfen müssen, während gleichzeitig kaum hinterfragt wird, wo öffentliche Gelder versickern oder Strukturen davon profitieren, die längst nicht mehr den Menschen dienen, für die sie geschaffen wurden. Wer wirklich etwas verändern will, muss nicht zuerst bei den Betroffenen sparen oder ihnen weitere Hürden auferlegen – sondern die Strukturen selbst kritisch hinterfragen.

Der Druck auf dem System müsste nicht so groß sein, wenn die versicherungsfremden Leistungen, die während der Coronakrise aus der Pflegeversicherung entnommen wurden, zurückgeführt würden. Darüber hinaus halten wir an dem Konzeptvorschlag einer solidarischen Finanzierung fest. Heißt konkret: Dass alle diejenigen, die Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen, auch in diese einzahlen."

verantwortlich: Vanessa Rengers-Patz und Tobias Zaplata