Von der Gründung bis heute

Geschichten und Erinnerungen aus 80 Jahren Verbandsgeschichte.

Gründungsgeschichte des Sozialverbandes VdK Duisburg-Homberg

Aus der Festschrift zum 40 jährigen Bestehen:

„Im Jahre 1945 ging der unselige 2. Weltkrieg, der unzählige und unnütze Kriegsopfer gefordert hatte, zu Ende. Millionen Schwer- und Schwerstbeschädigte kehrten in ihre Heimat zurück. So auch weit über 1000 Einwohner der Stadt Homberg. Eine Betreuung dieser Schwer- und Schwerstbeschädigten war nicht möglich, da die Militärregierung den bestehenden Verband (NSKOV) verboten hatte. Auch die Forderung der schwerbeschädigten alten Veteranen aus dem 1. Weltkrieg und der jetzt hinzugekommenen jungen Kriegsbeschädigten aus dem 2. Weltkrieg, dem Verband einen anderen Namen zu geben, wurde von der Militärregierung nicht gestattet. 

In dieser Zeit schlich der Dank des Vaterlandes, denen die durch den wahnsinnigen Krieg Gliedmaße verloren, oder innere Verletzungen davongetragen haben, nach. Er erreichte diesen Personenkreis aber bis heute noch nicht. Die Beschädigungen wurden global in den Gruppen 1, 2 und 3 eingestuft. Die Entschädigungen, sprich Renten, waren derart gering, daß die Beschädigten sich fast schämten, diese Almosen annehmen zu müssen. Der Einzelne konnte sich gegen diese diskriminierenden Tatsachen nicht wehren.

Von der Gründung des Ortsverbands…

So geschah es, daß sich am 16. Juni 1946 26 Homberger Kriegsbeschädigte fanden, um sich zu organisieren. Den Antrag, sich Bund der Kriegsbeschädigten zu nennen, wurde wiederum von der Militärregierung abgelehnt. Schließlich gelang es doch, unter dem Namen »Bund der Körperbehinderten« den heutigen VdK zu gründen, der sich aber nur auf sozialem Gebiet bewegen durfte. Aus den 26 Gründern wurde Max Nikolaus zum 1. Vorsitzenden gewählt. 

Nun war eine Grundlage geschaffen, um mehr Mitglieder zu werben, und siehe da, die Mitgliederzahl stieg und stieg und wir konnten zumindest auf Stadtebene schon mit Forderungen aufwarten, wenn auch nur auf sozialer Ebene, wie Wohnungen, Kleidung und andere Dinge des täglichen Bedarfs.

…bis zur Gründung des Kreis-, Landes- und Bundesverbands

Da sich solche Gruppen nun in allen Städten und Gemeinden bildeten, war es dann 1947 soweit, daß sich diese Ortsgruppen zu einem Kreisverband zusammen schlössen. An der Gründung des Kreisverbandes Moers hatte die Ortsgruppe Homberg wesentlichen Anteil. So war es nicht verwunderlich, daß der Homberger Ladislaus Kestler Kreisgeschäftsführer wurde. Ein Vormarsch des VdK war nun nicht mehr aufzuhalten. 

Immer mehr Kreisverbände entstanden und schlössen sich zum Landesverband Nordrhein -Westfalen zusammen. Diese Zusammenschlüsse fanden im gesamten Bundesgebiet statt, sodaß daraus der heutige VdK Deutschland entstand, der mit über 1,5 Millionen Mitglieder eine Macht darstellte, die selbst von der Regierung nicht mehr zu übersehen war. Mit der Masse der Mitglieder im Rücken, wurde dann vor allem den schlechten Renten der Kampf angesagt, der bis heute noch nicht zu Ende ist.

Wofür steht der Sozialverband VdK Duisburg-Homberg heute?

80 Jahre Einsatz für soziale Teilhabe 

Wenn der Sozialverband VdK Duisburg-Homberg in diesem Jahr sein 80-jähriges Bestehen feiert, dann feiern wir weit mehr als ein Jubiläum. Wir feiern acht Jahrzehnte Einsatz für soziale Gerechtigkeit, für Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen, für Seniorinnen und Senioren sowie für alle, die im sozialen Gefüge zusätzliche Unterstützung benötigen. Und wir feiern einen Ortsverband, der sich in den letzten Jahren spürbar geöffnet und im Stadtteil fest verankert hat.

Zu dieser Öffnung gehören auch regelmäßige Stammtische, Informationsveranstaltungen und Tagesfahrten, die längst nicht mehr nur für unsere Mitglieder angeboten werden. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger aus Homberg und den angrenzenden Stadtteilen nehmen diese Angebote wahr, sodass unser Verband zu einem lebendigen Ort des Austauschs geworden ist. 

Außerdem kooperiert der Homberger Ortsverband inzwischen intensiv mit zwei weiteren Duisburger Ortsverbänden, um Synergien zu nutzen und Kräfte zu bündeln. Gleichzeitig arbeiten wir aktiv im Duisburger VdK-Arbeitskreis „Kommunale Sozialpolitik“ mit, um die Anliegen der Menschen vor Ort in die städtischen Entscheidungsprozesse einzubringen.

Ein verlässlicher Partner in schwierigen Zeiten

Im vergangenen Jahr standen besonders folgende Schwerpunkte im Mittelpunkt unserer Arbeit:

  • Kompetente Sozialrechtsberatung in allen Fragen zu Rente, Pflege, Gesundheit, Schwerbehinderung und sozialen Leistungen.
  • Unterstützung pflegender Angehöriger durch Informationsabende, Sprechstunden und Austauschformate.
  • Einsatz für Barrierefreiheit im Stadtteil und im öffentlichen Raum.
  • Stärkung sozialer Kontakte durch regelmäßige Treffen, Vorträge, gesellige Nachmittage und Ausflüge.

Stark vernetzt – mittendrin im Homberger Stadtleben

Der VdK Duisburg-Homberg hat in den letzten Jahren bewusst stärker den Schulterschluss mit anderen Akteuren im Stadtteil gesucht. Diese Vernetzung hat Türen geöffnet, Dialog ermöglicht und unseren Verband sichtbarer gemacht.

So beteiligten wir uns an zahlreichen stadtteilbezogenen Aktivitäten:

  • am Brunnenfest,
  • am Jubiläum der Stadtbibliothek,
  • und am Volkstrauertag,
    um ein Zeichen für Gemeinschaft, Kultur und Gedenken zu setzen.

Ein Verband mit Blick auf die Herausforderungen im Stadtteil

Homberg befindet sich in einer Phase des Wandels. Viele Menschen wünschen sich Verbesserungen im Bereich Barrierefreiheit, Infrastruktur, Wohnumfeld und sozialer Angebote. Der VdK Homberg bringt sich aktiv ein, damit

  • barrierefreie Wege und öffentliche Gebäude zur Realität werden,
  • wohnortnahe Versorgung und soziale Treffpunkte erhalten bleiben,
  • senioren- und behindertengerechte Quartiere entstehen,
  • und soziale Teilhabe für alle gesichert bleibt.

Mit 80 Jahren Erfahrung für die Zukunft

Gerade in einer Zeit voller Unsicherheiten zeigt sich, wie wertvoll eine starke Interessenvertretung ist. Der VdK Duisburg-Homberg ist heute:

  • Ansprechpartner und Hilfeleister,
  • Vertreter gegenüber Verwaltung und Politik,
  • Vernetzer im Stadtteil,
  • Impulsgeber für soziale Verbesserungen,
  • und Motor einer solidarischen Stadtteilentwicklung.

Ein Dank zum Jubiläum

Zum 80-jährigen Bestehen danken wir unseren Mitgliedern, Ehrenamtlichen, Kooperationspartnern und allen Unterstützern im Stadtteil. Gemeinsam wollen wir weiter dafür sorgen, dass Homberg ein Ort bleibt, an dem jeder Mensch dazugehört und soziale Teilhabe für alle möglich ist.