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Sportler, Trainer, Ehrenamtler: Werner Achtigs neues Spielfeld

Von: Tobias Zaplata

Der Duisburger war einst ein Rollhockey-Champion – heute VdK-Vorsitzender: Früher stand er im Rampenlicht der Sporthallen, jagte im Rollhockey dem nächsten Titel hinterher und formte Mannschaften. Das Spielfeld hat sich über die Jahre verändert – sein Ehrgeiz nicht. Werner Achtig (74) leitet heute den VdK-Ortsverband Duisburg-Stadtmitte. Statt Taktiktafel gibt es Tagesordnungen, statt Anpfiff eine Vorstandssitzung.

Werner Achtig mit Hockeyschläger in der Hand und Medaillen vor sich auf dem Tisch
Ob Pokale, Medaillen, Anstecker, alte Zeitungsartikel oder Urkunden - es riecht nach Sport im Keller von Werner Achtig.

Es ist ein besonderes Treffen im Partykeller von Werner Achtig: Medaillen hängen an den Wänden, Pokale stehen in den Regalen. Zu Gast ist der Leiter der Presseabteilung des VdK-Landesverbands, Tobias Zaplata. Schon vor rund 30 Jahren saßen sich beide gegenüber – damals schrieb Zaplata noch als freier Journalist für die WAZ. Heute geht es nicht mehr nur um Tore und Tabellenplätze, sondern um soziale Themen wie Pflege, Rente und Armut.

Imposante Karriere

Doch ein Rückblick auf seine imposante Karriere als Spieler und Trainer darf nicht fehlen. Mit der RESG Walsum gewann Werner Achtig mehrfach die Deutsche Meisterschaft, er trug das Trikot der Nationalmannschaft – und erlebte Spiele, die sich eingebrannt haben.

Eines davon führt ihn zurück ins Jahr 1974: Viertelfinale im Europapokal der Landesmeister gegen den hoch favorisierten FC Barcelona. Das Hinspiel verloren die Walsumer knapp mit 5:6. Im Rückspiel kämpften sie sich mit einem 3:2 zurück. Dann Penaltyschießen. Immer noch kein Sieger. Am Ende musste das Los entscheiden. Es fiel auf die Spanier, die später den Cup gewannen. „Das war ganz bitter für uns“, erinnert sich Werner Achtig. Und lächelt dann doch. 

„Aber Barcelona zeigte Größe – sie haben uns eine Woche lang zu sich eingeladen.“

Frau hält Rücken frei

Die Leidenschaft für den Sport liegt bei ihm in den Genen. Sein Vater war Mitbegründer der RESG Walsum, auch Bruder und Cousin feierten große Erfolge. „Diese Zeit werde ich nie vergessen. Vor allem muss ich meiner Frau Edeltraud danken, die mir immer den Rücken freigehalten hat – selbst wenn ich alle 14 Tage irgendwo in Europa unterwegs war“, betont der 74-Jährige. Seine Frau war es schließlich auch, die ihn zum Sozialverband VdK brachte.

„Nach einer langwierigen Erkrankung mussten wir für Sie eine Erwerbsminderungsrente beantragen. Ein Bekannter riet uns: Macht das bloß nicht allein, holt euch Hilfe beim VdK“, erzählt Werner Achtig. Gesagt, getan – kurze Zeit später war der Antrag bewilligt.

Die Achtigs besuchten fortan auch Veranstaltungen des Sozialverbands. „Wie es dann so ist: Wir wurden gefragt, ob wir nicht Interesse an einer Vorstandsarbeit hätten – und schon landeten wir im Ehrenamt“, erzählt Werner Achtig, der beruflich zuletzt in der Verwaltung der Städtischen Seniorenheime und in der Finanzbuchhaltung der Städtischen Kliniken Duisburg tätig war.

Heute ist Werner Achtig Vorsitzender des Ortsverbands Duisburg-Stadtmitte, seine Frau wirkt als Schriftführerin mit und organisiert Info-Nachmittage. „Darüber hinaus habe ich tolle Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die sich mit Begeisterung für unsere 650 Mitglieder einsetzen.“ Er spürt es noch wie früher auf dem Hallenboden: 

„Es geht nur im Team!“