Mehr als Likes: Sonea und die Kraft der Inklusion: Wie eine 17-Jährige mit dem Down-Syndrom lebt
„Tanzen und Singen sind meine Superkräfte“, sagt Sonea. Die 17-Jährige meistert ihren Alltag mit Trisomie 21. Irgendwann kam Mutter Katharina Weides auf die Idee, das Leben ihrer Tochter in den sozialen Medien zu teilen – und über Inklusion zu sprechen. Mit großem Erfolg: Inzwischen hat der Kanal bei Instagram mehr als 25.000 Follower.

Begonnen hat alles mit einem Familienblog im Internet. Schreiben wurde für Katharina Weides zu einem Ventil, um mit der Diagnose Down-Syndrom bei ihrer Tochter zurechtzukommen. Ängste und Sorgen begleiteten die Familie lange Zeit. „Mir wurde bewusst, dass Sonea anders ist. Heute wünschte ich, ich hätte damals schon erkannt, wie viel Leichtigkeit sie in unser Leben bringt“, sagt die Social-Media-Managerin und fügt stolz hinzu: „Mein Kind hat auch etwas, was andere nicht haben.“
Seltener Vorname
Übrigens trägt Sonea einen seltenen und schönen Vornamen. Während der Schwangerschaft las ihre Mutter die Fantasy-Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“. Diese handelt von Sonea, einem Mädchen aus der Unterschicht einer mittelalterlichen Großstadt.
Das Leben in der Großstadt ist der Familie aus Köln vertraut. Sonea besucht seit dem Sommer 2025 eine Förderschule. Nebenbei sammelt sie berufliche Erfahrung durch verschiedene Praktika, zum Beispiel bei den Gemeinnützigen Werkstätten im Stadtteil Kalk oder in einer Kita. Wenn man Sonea fragt, was sie sich für ihre Zukunft wünscht, sagt sie lächelnd: „Am liebsten würde ich auf der Bühne stehen.“
Statements setzen
Bis dahin „zockt“ sie mit ihrem Bruder Vincent (13) Computerspiele, hört koreanische Popmusik, trainiert Taekwondo und setzt bei Instagram unter ihrem selbstgewählten Motto „Alle gehören dazu“ Statements für Inklusion. Mehr als 50.000 Menschen leben in Deutschland mit dem Down-Syndrom. Ihr täglicher Kampf für mehr gesellschaftliche Teilhabe bleibt oft unsichtbar. Sonea und ihre Mutter möchten das ändern und das Thema breit in die Öffentlichkeit tragen.
Dass die beiden in den sozialen Medien schon beachtliche Reichweite erzielen, belegen ein Live-Besuch im Studio von WDR 2 sowie ein großer Bericht in der Zeitschrift „Brigitte“. Sonea hat ein besonders offenes, mutiges Wesen. So ist auch der Name des ursprünglichen Blogs entstanden: sonea-sonnenschein.de
„Ich bin dankbar für alles, was möglich ist“, erzählt Katharina Weides. Doch das letzte Wort hat selbstverständlich Sonea:
„Ich möchte, dass die Leute liken, weil ich Sonea bin – und nicht, weil ich das Down-Syndrom habe!“