Kategorie VdK-Zeitung Frauen

Frauen stärken – ein Gewinn für alle: Arbeitsgruppe des VdK-Landesverbands setzt Impulse

Von: Vanessa Rengers-Patz

Am 8. März, dem Weltfrauentag, rückt erneut in den Fokus, was für viele längst Alltag ist: die anhaltende Ungleichheit zwischen Frauen und Männern in Arbeit, Gesundheit, Rente und sozialer Teilhabe. Der Sozialverband VdK NRW macht dieses Thema seit Jahren zu einem Kernpunkt seines sozialpolitischen Engagements – mit einer Arbeitsgruppe Frauen, die deutlich über symbolische Gesten hinauswirkt.

Screenshot einer Zoom-Videokonferenz mit lauter eingeblendeten Videos der Teilnehmerinnen des Arbeitskreises Frauen im VdK.
Ob per Videokonferenz oder in Präsenz – die Arbeitsgruppe Frauen des Sozialverbands VdK NRW tauscht sich regelmäßig aus

Für den VdK NRW ist klar: Frauen sollen gleiche Chancen in allen Lebensbereichen haben. Daraus leiten sich sozialpolitische Forderungen ab – von gleichen Löhnen und Renten über bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege bis hin zur Bekämpfung von Frauen‑ und Altersarmut. Frauenpolitik ist im Verband als Querschnittsaufgabe verankert, die alle Mitglieder betrifft.

Strategische Stimme

Im Zentrum der Arbeitsgruppe steht die ehrenamtliche Landesfrauenvertreterin Sandra Wehmeier, die die Anliegen der Frauen strategisch im Präsidium des VdK NRW vertritt. In dieser Funktion bringt sie Themen wie gerecht berechnete Renten für Teilzeitarbeit und Pflegezeiten, Chancen für Berufsrückkehrerinnen, einen erweiterten Mutterschutz und den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt in die Verbandsentscheidung ein. „Das sind allesamt Anliegen, die nicht nur Frauen, sondern ganzen Familien und der sozialen Stabilität zugutekommen“, betont Sandra Wehmeier.

Koordination

Die operative Leitung der Arbeitsgruppe übernimmt unsere hauptamtliche Referentin Vanessa Rengers-Patz, die in enger Abstimmung mit der Landesfrauenvertreterin wirkt: „Ich organisiere den Austausch, moderiere Arbeitsprozesse und sorge dafür, dass Vorschläge strukturiert weiterentwickelt werden.“ Die Abteilung Sozialpolitik greift diese Themen auf und vertritt sie gegenüber Politik und Verwaltung, sodass frauenpolitische Forderungen nicht nur im Verband diskutiert, sondern auch in gesellschaftliche Entscheidungsprozesse eingebracht werden.

Herzstück Engagement

Das Herzstück der Arbeitsgruppe ist das Engagement ihrer Teilnehmerinnen aus verschiedenen Kreisverbänden. Sie bringen konkrete Alltagserfahrungen ein, analysieren gesellschaftliche Missstände und entwickeln praxisnahe Lösungsansätze. Soziale Fragen wie Altersarmut, Pflegebelastung oder ungleiche Verteilung unbezahlter Sorgearbeit werden nicht nur benannt, sondern in Projekte und Forderungen übersetzt, die allen Mitgliedern nutzen: familienfreundlichere Arbeitszeiten, faire Rentenmodelle, bessere Pflegeunterstützung und präventive Angebote im Gesundheitsbereich.

Beruf und Pflege

Die Initiativen der Arbeitsgruppe zeigen, dass Frauenpolitik kein „Sonderinteresse“ ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wenn etwa die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege verbessert wird, entlastet das auch Männer und Familien; wenn geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung gestärkt wird, profitieren alle Versicherten; wenn die Belastung durch Sorgearbeit gerechter verteilt wird, steigt die Teilhabe an Erwerbsarbeit und gesellschaftlichem Leben für alle Geschlechter.

Am Weltfrauentag wird damit deutlich: Die Arbeitsgruppe Frauen im Sozialverband VdK NRW ist weit mehr als eine interne Runde. Sie bündelt Wissen, Erfahrung und Engagement und zeigt, wie Frauenpolitik konkret wirkt, nachhaltig Veränderung bewirkt und der gesamten Gesellschaft zugutekommt. 

Frauen in NRW: Zahlen und Fakten

  1. 2

    Nahezu jede Zweite der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in NRW ist laut Bundesagentur für Arbeit in Teilzeit tätig. Bei den Männern ist es lediglich rund jeder Achte. Frauen arbeiten vor allem in kaufmännischen, sozialen und medizinischen Berufen.

  2. 3,4

    So viele Millionen Frauen in NRW sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt, bei den Männern sind es knapp vier Millionen. In den vergangenen Jahren wuchs die Zahl bei den Frauen allerdings immer leicht stärker an als bei den Männern.

  3. 16

    Bei einem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst der Männer von 25,93 Euro und der Frauen von 21,89 Euro verdienen Frauen im Schnitt 4,04 Euro weniger als Männer. Im Laufe der letzten neun Jahre verringerte sich der Gender Pay Gap (Abstand zwischen Entgelt Männer / Frauen) dabei von 23 Prozent im Jahr 2015 auf 16 Prozent im Jahr 2024.

  4. 21,1

    So viel Prozent der Frauen im Alter von 65 und mehr sind laut IT.NRW von Altersarmut betroffen. Damit sind Frauen in NRW einem um 5,1 Prozentpunkte höheren Armutsrisiko ausgesetzt als gleichaltrige Männer.

  5. 51,4

    So viel Prozent unserer VdK-Mitglieder in Nordrhein-Westfalen sind weiblich. Die meisten von ihnen (42 Prozent) sind zwischen 56 und 65 Jahren alt.

  6. 72

    Die häusliche Pflege wird vor allem von Frauen geleistet. 72 Prozent und damit fast drei Viertel der Pflegenden sind nach Angaben von IT.NRW weiblich. Auch beim Anteil der Pflegebedürftigen sind Frauen mit 60 Prozent am häufigsten betroffen.

  7. 2025

    Der vierte Gleichstellungsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2025 zeigt, dass die Folgen des Klimawandels Frauen eher treffen als Männer. So haben etwa ältere Frauen ein höheres Gesundheitsrisiko als Männer. Und bei Extremtemperaturen übernehmen Frauen deutlich mehr Sorgearbeit als Männer für Kinder, Ältere, Kranke und Pflegebedürftige.