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„Briefkastenmisere“ in Herzogenrath: VdK bleibt beharrlich : „Briefkastenmisere“ in Herzogenrath: VdK bleibt beharrlich

Von: Wilfried Niessen

Über ein Jahr Engagement zahlt sich aus: Nach hartnäckigem Einsatz der VdK-Kreisverbände Aachen-Stadt und Aachen-Kreis sowie des Forums für Menschen mit Behinderung bewilligt die Deutsche Post AG zwei neue Briefkästen in Herzogenrath. 

Außenfassade einer Postfiliale
Dank des beharrlichen Einsatzes des VdK bekommt die Postfiliale im Zentrum von Herzogenrath einen Briefkasten. © Wilfried Niessen

Es begann vor mehr als einem Jahr (wir berichteten in der Ausgabe 10/2025): Die VdK-Kreisverbände Aachen-Stadt und Aachen-Kreis sowie das örtliche Forum für Menschen mit Behinderung wandten sich mit einer klaren Forderung an den Bürgermeister der Stadt Herzogenrath und an die Deutsche Post AG: Die Stadt braucht mehr Briefkästen! 

Die Gründe liegen auf der Hand: Fast 24 Prozent der Herzogenrather Bürgerinnen und Bürger sind schwerbehindert, mehr als doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt von 9,3 Prozent. Hinzu kommt die unebene und hüglige Topografie des Stadtgebiets, die Menschen mit eingeschränkter Mobilität zusätzlich belastet.  

Post zunächst unbeeindruckt 

Doch selbst diese außergewöhnliche Situation ließ die Deutsche Post unbeeindruckt. Sogar die Postfiliale im Stadtzentrum bemühte sich seit geraumer Zeit vergeblich um einen eigenen Briefkasten für Kunden, die lediglich einen bereits frankierten Brief einwerfen möchten. Der Politikbeauftragte der Deutschen Post AG reagierte zwar prompt auf ein Schreiben der Stadt Herzogenrath, indem der Bürgermeister um Stellungnahme bat - allerdings nur, um den Bürgermeister davon zu überzeugen, dass die gesetzlichen Vorschriften eingehalten würden. 

Für die Stadtverwaltung schien das Problem damit erst einmal erledigt. Die Akteure des VdK-Kreis Aachen stellten durch eigene Recherchen im Internet fest, dass diese uneinsichtige Haltung des Großkonzerns gegenüber Verbänden und Kommunen leider keine Ausnahme bildet. 

Unterschriftenaktion

Um mehr Druck aufzubauen, startete eine vom VdK mitinitiierte Unterschriftenaktion. Mehr als 300 Kundinnen und Kunden unterzeichneten die Forderung nach Installation eines Briefkastens an der Postfiliale. Doch auch dies überzeugte die Post zunächst nicht. Selbst eine Antwort auf unseren Großbrief ließ auf sich warten. Erst als sich der VdK-Landesverband einschaltete, kam Bewegung in die Sache. 

Der VdK und das Forum für Menschen mit Behinderung luden den Politikbeauftragten des Konzerns zu einer Sitzung des Forums ein. Doch der Vertreter der Post stellte bereits im Vorfeld klar: Ein zusätzlicher Briefkasten komme nicht in Frage. Sein Hauptanliegen bestand darin, die Zuhörerinnen und Zuhörer vom gesetzmäßigen Vorgehen des Unternehmens zu überzeugen. 

Erfolg im Februar

Den entscheidenden Durchbruch brachte ein erneuter Vorstoß des VdK im Februar über den Gesundheitsausschuss und den stellvertretenden Bürgermeister. Durch einen überarbeiteten Antrag an die Deutsche Post AG wurden schließlich zwei Briefkästen bewilligt: einer für die Postfiliale im Stadtzentrum und einer für ein Neubaugebiet in Herzogenrath. 

Unser ursprünglicher Antrag wurde zwar nicht vollumfänglich bewilligt, doch durch Beharrlichkeit und die geschickte Ansprache unterschiedlicher Institutionen konnten wir als VdK für die Bürgeriennen und Bürger einen wichtigen Teilerfolg erzielen. Das zeigt wieder mal: Hartnäckiges Engagement für die Belange von Menschen mit Behinderung lohnt sich – auch wenn der Weg steinig ist.