VdK NRW: Höhere Zuzahlungen treffen besonders Ältere und chronisch Kranke hart
Medikamente und Krankenhausaufenthalte

Der Sozialverband VdK NRW kritisiert die geplante Erhöhung der Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente und Krankenhausaufenthalte scharf. „Die vorgesehenen Anhebungen von 5–10 Euro auf 7,50–15 Euro stellen aus unserer Sicht eine unverhältnismäßige Belastung für Patientinnen und Patienten dar – insbesondere für ältere Menschen, Rentnerinnen und Rentner sowie chronisch Kranke, die häufig mehrere Medikamente täglich einnehmen müssen“, sagt Präsident Horst Vöge.
Der Verband warnt vor einer weiteren sozialen Schieflage im Gesundheitswesen. Schon heute seien viele Betroffene durch steigende Lebenshaltungskosten stark unter Druck. Zusätzliche Zuzahlungen würden dazu führen, dass notwendige medizinische Versorgung zunehmend vom Geldbeutel abhängt. „Das ist der falsche Weg“, betont Horst Vöge, „Gesundheit darf nicht zu einer Frage der finanziellen Leistungsfähigkeit werden. Es bestehe die reale Gefahr, dass Menschen aus Kostengründen auf dringend benötigte Medikamente verzichten und so ihre Gesundheit gefährden. Der VdK NRW fordert die Bundesregierung auf, die Pläne umgehend zurückzunehmen und stattdessen die Versorgungsqualität zu sichern, ohne die Versicherten weiter finanziell zu belasten.
Aus Sicht des VdK NRW sollte der Staat erstmal seinen Aufgaben nachkommen, indem er die Beiträge von Bürgergeldbeziehenden vollständig und sofort übernimmt. Horst Vöge: „Wir sprechen hier von 12 Milliarden Euro, die bisher von Versicherten (92 Prozent der Bevölkerung) gezahlt wurden.“