Sozialwohnungen in NRW schwinden dramatisch
VdK fordert sofortige Kehrtwende in der Wohnungsbaupolitik

Der Sozialverband VdK NRW kritisiert den massiven Rückgang an Sozialwohnungen in Nordrhein-Westfalen. Seit 2017 ist ihr Bestand von 461.000 auf 409.000 gesunken – ein Minus von rund elf Prozent. Diese Zahl geht aus dem "Sozialen Wohn-Monitor 2026" hervor, den das Pestel-Institut zusammen mit dem Bündnis "Soziales Wohnen" am heutigen Donnerstag in Berlin vorgestellt hat.
„Das Angebot bricht weg, während der Bedarf steigt – diese Rechnung geht nicht auf“, sagt VdK-Präsident Horst Vöge. „Besonders ältere Menschen sind betroffen, denn die Altersgruppe 65plus wächst weiter und bleibt mangels bezahlbarer Alternativen häufig in zu großen Wohnungen.
Auch für Menschen mit Behinderungen ist die Lage dramatisch. In NRW gibt es zu wenig barrierefreien Wohnraum. „Behauptungen, der Bau barrierefreier Wohnungen sei einfach viel zu kostspielig, treten wir entschieden entgegen. Dass es deutlich günstiger geht, haben wir als VdK bereits vor Jahren mit dem Quartier Glockenspitz in Krefeld bewiesen. Dort fielen die Mehrkosten mit 1,6 Prozent verschwindend gering aus“, betont Horst Vöge.
Zudem fordert der VdK eine Neubau- und Sanierungsoffensive für seniorengerechtes Wohnen – auch bei Immobilien, die sich im Eigentum von Seniorinnen und Senioren befinden. Um diese Wohnungen altersgerecht umzubauen, müsse es frühzeitig finanzielle Anreize für ältere Eigentümer geben. Bezahlbares Wohnen bleibt eine soziale Grundforderung!