Rekord: VdK NRW erstreitet 51 Mio. Euro für Mitglieder

Kritik an immer längeren Verfahrensdauern vor Behörden und Gerichten

VdK-NRW-Präsident Horst Vöge steht am Rednerpult und spricht.
VdK-NRW-Präsident Horst Vöge beim Landesverbandstag in Münster 2025. © www.eventfotograf.in

Der Sozialverband VdK hat im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen knapp 51 Millionen Euro an Nachzahlungen für seine Mitglieder erstritten und damit den bisherigen Höchstwert von 48,6 Millionen Euro aus dem Vorjahr übertroffen. Dies teilt der VdK im Rahmen seines Landesverbandstags in Bonn mit.

„Eine stolze Zahl. Aber immer mehr Menschen müssen um ihr Recht kämpfen – häufig ist das ohne professionelle Hilfe kaum zu bewältigen“, sagt Präsident Horst Vöge. Viele Ratsuchende stünden vor erheblichen Hürden, etwa bei der Antragstellung, der Finanzierung von Leistungen oder der Einstufung durch den Medizinischen Dienst. Die Rekordsumme geht auf mehr als 33.000 Klage- und Widerspruchsverfahren zurück, mit denen der VdK Ansprüche gegenüber Behörden und Sozialversicherungsträgern durchgesetzt hat.

Kritisch sieht der Verband die zunehmende Dauer der Verfahren. Vor den Sozialgerichten beträgt die durchschnittliche Verfahrensdauer rund 16 Monate. Selbst Verfahren zur Anerkennung einer Schwerbehinderung nehmen im Schnitt etwa neun Monate in Anspruch.

„Wir spüren die Unzufriedenheit unserer 425.000 Mitglieder, die immer länger auf Entscheidungen warten müssen und dadurch zermürbt werden“, betont Horst Vöge. Hoffnung macht ihm jedoch, dass das Landessozialgericht und die Sozialgerichte für 2027 einen deutlich höheren Personalbedarf angemeldet haben.

„Bonner Erklärung“

Im Rahmen des Verbandstags verabschieden die Delegierten aus ganz NRW zudem eine „Bonner Erklärung“. Damit soll ein deutliches Zeichen für einen starken Sozialstaat als Fundament einer lebendigen Demokratie gesetzt werden. Angesichts wachsender sozialer Ungleichheit und wirtschaftlicher Unsicherheiten fordert der Verband politische Reformen, bei „denen die sozialen Folgen in Bezug auf die soziale Sicherheit, die gesellschaftliche Teilhabe und Zusammenhalt im Mittelpunkt stehen.“ Denn: In Bezug auf die aktuellen Reformvorhaben bei Pflege, Gesundheit und Rente sehen wir noch erhebliche Änderungsbedarfe.

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Randnotiz: Erster Landesverbandstag 1949 auch in Bonn

Im April 1949 führte der im Oktober 1948 gegründete VdK NRW seinen ersten Ordentlichen Landesverbandstag ebenfalls in Bonn durch – im damaligen großen Sitzungssaal des Bonner Bürgervereins.