Der Vorstand in Klausur mit Exkurs: Gerichtsmuseum in Bad Fredeburg

Am 15.03.2026 reisten alle Vorstandsmitglieder und der interessierte Nachwuchs in Fahrgemeinschaften zum VdK-Hotel in Bad Fredeburg. Als Einstieg in die Tagung besuchten die Teilnehmer das Gerichtsmuseum in Bad Fredeburg.
Spannende Reise durch die Geschichte der Gerichtsbarkeiten
Das Gerichtsmuseum in Bad Fredeburg präsentiert sehr anschaulich die Entwicklung zum Rechtsstaat vom Mittelalter bis zu unserer heutigen Demokratie.
Ein Kurzfilm führte in dieses weite Thema ein und bestens eingestimmt gab es anschließend eine Führung durch das 320 qm große Museum im Dachgeschoss des Amtsgerichtsgebäudes von Bad Fredeburg.
Es ist eine Kunst ohne ausschweifende Worte gezielt Wissen zu vermitteln, das die Besucher fesselt. Auf diese Kunst versteht sich der Verein, der dieses Museum mit viel Engagement betreibt! Im Zuge der Besichtigung der Ausstellung mit ihren vielen Exponaten und thematischen Räumen wurde allen vor Augen geführt, wie wertvoll die Gewaltenteilung in einem Staat für jeden ist.
So waren Femegerichte im Mittelalter im Gegensatz zu heutigen Verfahren nicht öffentlich und fanden unter freiem Himmel, wie an einer sogenannten Gerichtslinde, statt. Wurde über den Angeklagten die Todesstrafe verhängt, wurde er an der Linde aufgehängt - ohne Überprüfung des Verfahrens durch eine andere Instanz. Ein offenes Tor für Missbrauch und Willkür, denn in Ermangelung von Gesetzestexten begründete die Sichtweise und Moral des Verwalters von königlichen Ländereien, des Gutsherrn oder ähnlicher Personen und der Schöffen das Urteil.
Die kirchliche Morallehre prägten die Sendgerichte und auch hier darf man eine persönliche Auslegung des Kirchenrichters über ein Vergehen durchaus unterstellen. Mangelndes Wissen, menschenverachtendes radikales Denken und Machtstrukturen, die Missbrauch Tor und Tür öffnen, ermöglichten auch Wellen der Hexenverfolgung. Dass Hexenverfolgung noch heute in vielen Ländern stattfindet, wird auf einer Karte demonstriert.
Ein weiterer Raum widmet sich der Justiz in der Zeit des Nationalsozialismus. Ein Kurzfilm, der Ausschnitte von Gerichtsverfahren vor dem Volksgerichtshof zeigte, machte eindrücklich klar, welchem Terror die Angeklagten ausgesetzt waren. Vor solchen voreingenommenen und einschüchternden Richtern möchte keiner stehen und unwillkürlich zieht man bei solchen Machtstrukturen Vergleiche zur Gerichtsbarkeit in grauer Vorzeit.
Der Nachbau eines Kerkers zeigt Haftbedingungen, die den Volkszorn bei Verbrechen befriedigen und auch abschreckende Wirkung haben sollten. Rechtfertigt der Sinn für Gerechtigkeit auch Folter? Und wie prägt das eine Gesellschaft?
Solche und ähnlich schwierige Fragen, aber auch ein humorvoller Blick in historische Amtsstuben und Rätselraten beim Anblick mancher Apparate, ließen die Zeit dort wie im Flug vergehen. Wir sind tief und nachhaltig beeindruckt.
Der Verein unterhält sich einzig und allein aus Spenden, die gerne von allen Teilnehmern erbracht wurden für dieses in Deutschland einzigartige Museum.
- Der Kontakt ist in der pdf-Datei zu diesem Bericht hinterlegt.
- In der Bildergalerie sind einige ausgesuchte Bilder mit textlichen Hinweisen eingestellt, die diesen Bericht ergänzen. Viel Freude beim Anklicken der Bilder, Betrachten und Lesen.
Der erlebnisreiche Nachmittag klang noch beim Abendessen nach. Im weiteren Verlauf des Abends wurden in lockerer Runde, wie das so üblich ist in einem Verein, anstehende Veränderungen im Vorstand in den Blick genommen, erste Ideen für weitere Projekte entwickelt und so auch ganz nebenbei einige wesentliche Fragen zur Verbandsstruktur geklärt.
Der Folgetag wurde intensiv dem Thema Kasse und Vorsitz gewidmet, um bestehende Probleme zu lösen, bevor sie die Vorstandsarbeit insgesamt und damit mittelfristig die Existenz unseres Ortsverbands gefährden.
Ein besonderer Dank und großes Lob aller Teilnehmer gilt unserem Kassierer Horst Lenzen,
der am nächsten Tag bestens vorbereitet das Kassenwesen Schritt für Schritt in Ruhe erläuterte, alle Fragen geduldig beantwortete, dadurch Sorgen vor Überforderung in diesem Amt nahm und letztlich hierdurch erfolgreich den Weg in die zweite Halbzeit des Vorstands ebnete.
Nachdem das Problem der Nachfolge in einem gemeinsamen Kraftakt gelöst war, stellte die Vorsitzende Dagmar Pardon-Neuenhaus die digitalen Angebote des Verbands für ehrenamtliche Kräfte vor. Einiges wurde sogleich auf mitgebrachten Notebooks und Tablets ausprobiert, doch leider reichte die Zeit nicht mehr für eine umfassende und intensive Beschäftigung mit der digitalen Welt unseres Verbands, so dass über eine Fortsetzung nachgedacht werden muss. Der Abend des zweiten Klausurtags endete in heiterer, lockerer Stimmung und alle fuhren am nächsten Tag nach dem Frühstück wieder nach Hause getragen von einem echten kameradschaftlichen Gefühl.
Das angestrebte Ziel der Teambildung und des Kennenlernens, das gerade für unsere neuen ehrenamtlichen Kräfte sehr wichtig ist, wurde in dieser Klausur durch die verschiedenen Programmpunkte erreicht.
Die Ergebnisse der Klausur werden wir unseren Mitgliedern auf der nächsten Jahreshauptversammlung vorstellen.
Ergänzend noch der Externer Link:Link zum VdK-Hotel in Bad Fredeburg mit Dank an den Haustechniker für Hilfe bei der Einrichtung von Laptop und Beamer sowie an das stets freundliche und zuvorkommende Personal. Egal ob mit oder ohne Behinderung, mit oder ohne speziellen Anforderungen an das Essen: Im VdK-Hotel fühlen sich alle wohl und gemeinschaftlich getragen.












