VdK bringt Praxis-Erfahrung im Behindertenbeirat ein

Der Behindertenbeirat der Stadt Leverkusen hat sich neu aufgestellt – und setzt damit ein deutliches Signal für mehr Inklusion. Vier neue Mitglieder verstärken das Gremium, das nun aus 23 engagierten Personen besteht. Mit dabei ist auch der Sozialverband VdK Kreisverband Leverkusen, der mit Kathrin Kerlin eine Vertreterin entsendet hat.
Der Beirat hat die Aufgabe, die Stadt für Menschen mit Behinderung barrierefreier zu gestalten. In der vergangenen Amtszeit wurden bereits wichtige Projekte umgesetzt, darunter das Barrierefrei-Siegel. Es zeichnet Gebäude aus, die für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gut zugänglich sind.
Für den VdK ist das Thema seit Jahren ein zentraler Auftrag. Ziel bleibt, Barrieren im Alltag zu erkennen und konkrete Verbesserungen anzustoßen – auch wenn Veränderungen in bestehenden Strukturen Zeit brauchen. „Wir wissen, dass eingefahrene Systeme nicht von heute auf morgen umgebaut werden können. Aber genau deshalb darf man nicht nachlassen“, so die Haltung im Kreisverband.
Wie wichtig der Blick aus der Praxis ist, zeigt ein aktuelles Beispiel aus einem Leverkusener Bürgerbüro: Dort sollte eine Unterschrift auf einem digitalen Pad geleistet werden. Durch ungünstige Lichtverhältnisse war das Display jedoch kaum erkennbar. Auf den Hinweis hin bestätigte eine Mitarbeiterin, dass das Problem bekannt sei – Abhilfe sollte man sich selbst schaffen, indem man den Lichteinfall verändert.
Der Vorfall wurde anschließend sachlich an die Leitung gemeldet. Eine Rückmeldung blieb zunächst aus. Erst im Rahmen eines späteren Gesprächs auf höherer Ebene kam Bewegung in das Thema. Für den VdK stellt sich dabei eine zentrale Frage: Wie viele Menschen – mit oder ohne Sehbeeinträchtigung – standen bereits vor demselben Problem?
Genau an solchen Stellen setzt die Arbeit des Verbandes an. Vertreterinnen und Vertreter sind regelmäßig im Stadtgebiet unterwegs, um Barrieren zu identifizieren und Lösungen anzustoßen. Kritisch gesehen werden pauschale Hinweise auf fehlende finanzielle Mittel. Die Erfahrung zeigt: Werden Fachleute frühzeitig eingebunden, lassen sich viele Maßnahmen praktikabel und oft auch wirtschaftlich umsetzen.
Rechtlich ist der Rahmen eindeutig: Die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist unter anderem im Sozialgesetzbuch IX sowie im Behindertengleichstellungsgesetz verankert. Diese Vorgaben verpflichten öffentliche Stellen dazu, Barrieren abzubauen. Der VdK setzt sich dafür ein, dass diese Rechte konsequent umgesetzt werden.
Auch in der neuen Amtszeit plant der Behindertenbeirat weitere Projekte und Aktionen – darunter die Fortführung des „Tags der Inklusion“. Mit dem erweiterten Team und dem Engagement von Verbänden wie dem VdK soll Leverkusen Schritt für Schritt barrierefreier werden.