Kategorie Ortsverband Neuwerk-Lürrip

Tagestour mit Herz

Ein bunt bemalter Drache aus Stein
Im Nibelungenlied wird Xanten als Geburtsort des Drachentöters Siegfried erwähnt. © VdK OV Neuwerk-Lürrip

„Xanten für alle“ heißt die App der kleinen Stadt am Niederrhein und dieser einfache Satz könnte auch für unsere Vereinsfahrten stehen:
Alleinstehende freuen sich auf Gesellschaft beim Essen, 
Geh- und Sehbehinderte genießen gemeinsam mit ihrer Begleitung einen Ausflug, 
Mitglieder mit kleinem Einkommen erleben einen Tag wie im Urlaub. 

Schon im Reisebus hört und merkt man: „Wir fahren mit dem VdK“. Das verbindet.

Leider ist es jedes Jahr eine Herausforderung eine barrierefreie Gastronomie mit ebenerdigen Toiletten für eine Reisegruppe mit 50 Personen zu finden. 
Auch sitzt niemand mit gesundheitlichen Beschwerden gerne stundenlang im Bus oder zum Essen auf harten Bänken ohne Rückenlehne. 
Beides ist allerdings ein grundlegender Maßstab für unsere Vereinsfahrt.

Das Spargelessen ließ keine Wünsche offen

Spargelhof Schippers in Alpen hatte unserer Reisegruppe die gewünschten gepolsterten Stühle mit Rückenlehne reserviert. 
Ein freundlicher Mitarbeiter nahm unsere Gruppe auf dem Busparkplatz sofort in Empfang, führte uns in den Gastronomiebetrieb ein, war während des zwei-stündigen Aufenthalts Ansprechpartner und half einer sehbehinderten Teilnehmerin den tatsächlich barrierefreien Weg zur Toilette zu finden. 
Durch diese persönliche Annahme und geschickter Raumaufteilung mit mehreren Buffets samt Servicekräften kam trotz der Größe des Betriebs an keiner Stelle das Gefühl einer Massenabfertigung auf. Alle, wirklich alle Teilnehmer waren begeistert! Und eine Binsenweisheit zeigte sich wieder: 
Ein gutes, entspanntes Essen ohne Zeitdruck bringt Menschen zusammen. Sehr wichtig für unsere Tagestour.

Schöne Stunden Dank barrierefreiem Xanten 

Mit einem Katzensprung ist man von dort in Xanten. Das kleine Städtchen hat so viel zu bieten, dass zwei Stunden wie im Flug vergingen. 
Der Busfahrer von Reisebüro Haupts hat super mitgedacht: 

Ausstieg und Einstieg nur 100 Meter vom Zentrum entfernt mit Haltepunkt des Nibelungenexpress. Diese kleine, aber feine Bahn nutzten sogleich einige Mitglieder, die wegen ihrer Lungenerkrankung oder schweren Gehbehinderung stark in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. „Für den Einstieg gab es einen kleinen Tritthocker und Hilfe. Die Rollatoren wurden im letzten Wagon verstaut, hat alles bestens funktioniert“, berichtet die stellvertretende Vorsitzende Ilona Mays. 45 Minuten dauert die gesamte Fahrt mit sehr guten Erklärungen zur Stadtgeschichte. Zwischendurch gibt es auch Gelegenheiten zum Ein- und Wiederzustieg.

Einige Teilnehmer hatten sich bereits mit Hilfe der Xanten App ihren Aufenthalt überlegt: Die Kriemhildmühle mit ihren Backwaren und die Erkundung des Kurparks waren das Ziel. 
Viele Mitglieder besuchten den Dom, lauschten dort der Orgelmusik, machten eine Kerze an und bewunderten den Kreuzgang.
Auch das Siegfried-Museum fand seine Anhänger.

Ein Bummel entlang der Geschäfte machte bei trockenem Wetter ebenso Spaß wie der Genuss eines Eisbechers oder einer Tasse Kaffee auf dem Rathausplatz. 

Woher wir das alles wissen? Auch das ist typisch Vereinsfahrt: 
Die Wege kreuzen sich immer in solch einem kleinen Städtchen. 

„Nächstes Jahr fahren wir wieder mit“, 

war einer der Sätze, die hängen blieben neben sehr vielen herzlichen „Danke für diese schöne Fahrt“. 

Viele unserer Mitglieder sind noch berufstätig oder haben werktags einen vollen Terminkalender mit Besuchen von Praxen und Einrichtungen. Deshalb fand auch diese Tour wie immer an einem Samstag statt, 13. Juni. 
Es sind die Erfahrungen eigener gesundheitlicher Einschränkungen, die in den Überlegungen und Planungen einfließen. Und genau das macht den Unterschied!