"Stummer Protest" vor Ratssitzung in der Mercatorhalle

Unter dem eindringlichen Motto „Versetzt euch mal in unsere Lage“ hat der Sozialverband VdK Deutschland (2,2 Millionen Mitglieder bundesweit) am Dienstag, 24.02.2026, gemeinsam mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Duisburg, dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) sowie der bürgerlichen Vereinigung Duisburg in WALLung vor Beginn der Ratssitzung in der Philharmonie Mercatorhalle ein starkes und zugleich stilles Zeichen gesetzt.
Bereits vor 15 Uhr versammelten sich zahlreiche Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer vor dem Gebäude, in dem der Rat der Duisburg tagte. Ohne laute Parolen, aber mit klarer Botschaft machten sie auf gravierende Missstände bei der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum aufmerksam.
Parcours machte Einschränkungen unmittelbar erfahrbar
Im Mittelpunkt der Aktion stand ein eigens aufgebauter Parcours, der den Ratsmitgliedern praktische Einblicke in die alltäglichen Herausforderungen von Menschen mit Mobilitäts- und Sinneseinschränkungen ermöglichte.
Mit Rollstuhl, Rollator, Blindenstock und einer speziellen Simulationsbrille konnten die Ratsleute selbst erfahren, wie schwierig es ist, Bordsteinkanten zu überwinden, unzureichend abgesenkte Übergänge zu passieren oder sich ohne ausreichende taktile Leitsysteme zu orientieren.
Zahlreiche Ratsmitglieder nahmen das Angebot an und durchliefen den Parcours – teilweise sichtlich beeindruckt von den Hindernissen, die sich bereits auf kurzer Strecke auftaten. Besonders die Erfahrung mit eingeschränktem Sehvermögen führte vielen Teilnehmenden vor Augen, wie schnell gefährliche Situationen entstehen können, wenn akustische Signale, kontrastreiche Markierungen oder klare Wegeführungen fehlen.
Klare Botschaft an Politik und Verwaltung
Mit dem „Stummen Protest“ machten die beteiligten Verbände deutlich, dass Barrierefreiheit kein Randthema ist, sondern eine Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Immer wieder wurde betont, dass Menschen mit Behinderungen, ältere Bürgerinnen und Bürger sowie Menschen mit temporären Einschränkungen im Alltag noch immer auf erhebliche Hürden stoßen – und dass zugesagte Verbesserungen seitens der Stadt bislang nur unzureichend umgesetzt wurden.
Die Aktion verlief ruhig, respektvoll und zugleich eindrucksvoll. Viele Ratsmitglieder suchten im Anschluss das Gespräch mit den Organisatoren und signalisierten Gesprächsbereitschaft sowie die Absicht, das Thema künftig stärker in den politischen Fokus zu rücken.
Breite Unterstützung und positive Resonanz
Die Veranstalter zogen am Ende des Nachmittags ein klares Fazit:
Der „Stumme Protest“ war ein voller Erfolg. Er hat Aufmerksamkeit geschaffen, Betroffenheit erzeugt und den politischen Entscheidungsträgern eindrucksvoll vor Augen geführt, was Barrierefreiheit im Alltag tatsächlich bedeutet.
Mit ihrer gemeinsamen Aktion haben der Sozialverband VdK, der Blinden- und Sehbehindertenverband Duisburg, der Verkehrsclub Deutschland und „Duisburg in WALLung“ deutlich gemacht:
Teilhabe darf keine Frage der Umstände sein – sondern muss selbstverständlich werden.





