Kategorie Ortsverband Gelsenkirchen

Schulstart für immer mehr Familien ein Preisschock

Steigende Kosten verschärfen die Bildungsarmut in NRW

 • Sozialverband VdK NRW fordert bessere Chancen für Kinder aus 
   ärmeren Haushalten   

Ob Stifte, Hefte oder Bücher – der Beginn eines neuen Schuljahres ist mit zahlreichen Anschaffungen verbunden. Schnell summieren sich mehrere hundert Euro. Für Alleinerziehende und Familien mit geringem Einkommen bedeutet dies eine erhebliche finanzielle Herausforderung. Zwar können sie bei ihrer Kommune Unterstützung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket  beantragen, diese deckt aber oft nicht die tatsächlichen Ausgaben. 
Laut des NRW-Familienberichts 2026 ist generell jede sechste Familie in NRW von Armut bedroht. Alleinerziehende sind dabei überproportional betroffen. 

Dass die Preise für Schulmaterialien gestiegen sind, belegen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts: Demnach sind Schul- und Lehrbücher 
2,3 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. 
Für Füller und Farbkästen müssen sogar 3,5 Prozent mehr bezahlt werden. „Das ist eine Hiobsbotschaft für all jene, die ohnehin jeden Monat aufs Neue genau rechnen müssen“, sagt VdK-Präsident Horst Vöge und fügt hinzu: „Bildung ist kein Luxus, sondern Zukunft. Wenn Familien vor der Wahl stehen, ob sie ihren Kindern Kleidung, gesundes Essen oder die nötigsten Schulutensilien kaufen, dann haben wir 
ein strukturelles Problem. Das ist kein individuelles Versagen, sondern ein politisches.“ 

Kindern aus ärmeren Familien wird Teilhabe an 
Bildung zunehmend erschwert. Bestätigt wird dies durch eine aktuelle UNICEF-Studie, 
wonach bundesweit 40 Prozent der 15-Jährigen in Lesen 
und Mathematik nicht einmal das 2022er PISA 
Grundniveau 2 erreichen. 

Horst Vöge mahnt: „Die Regelsätze in der Grundsicherung und die ergänzenden Leistungen im Bildungs- und Teilhabepaket reichen einfach nicht aus. Sie sind veraltet und nicht an die Lebensrealität der 
Menschen angepasst. Wir brauchen eine dauerhafte, unbürokratische 
Unterstützung für armutsgefährdete Kinder – etwa durch die kostenlose Bereitstellung von Lernmitteln. Außerdem mehr Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, unter anderem durch flexiblere 
Arbeitszeitmodelle.“

 verantwortlich: Stefanie Becker und Tobias Zaplata

Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen e. V.
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