Kategorie Kreisverband Düsseldorf

Klausurtagung in Bad Fredeburg

Klausurtagung
Das Team aus Düsseldorf © p.ries

Sachliche Beratung im Angesicht politischer Herausforderungen

Von Peter Ries 

Die jüngste Klausurtagung des VdK-Kreisverbandes im VdK-Hotel am Hallenberg in Bad Fredeburg offenbarte die Resilienz und Entschlossenheit des Verbandes, sich trotz widriger gesellschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen für seine Mitglieder einzusetzen. Unter der Leitung des Kreisverbandsvorsitzenden Peter Jeromin wurde deutlich, dass der VdK auch angesichts neuer Herausforderungen geschlossen und handlungsfähig bleibt.

Steigender Beratungsbedarf und die Tücken sozialer Netzwerke

Die Berichte der Geschäftsführung, insbesondere von Marc Thiele, zeigten einen signifikanten Anstieg der Beratungsfälle und Widerspruchsverfahren. Besonders betroffen sind Anträge auf Erwerbsminderungsrenten und die Feststellung eines Grades der Behinderung (GdBkurz fürGrad der Behinderung). Peter Ries, Sozialberater und zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Kreisverband, hob hervor, dass immer mehr Ratsuchende mit Erwartungen in die Beratungen kommen, die stark von Inhalten in sozialen Netzwerken geprägt sind. Diese Plattformen suggerieren oft eine unkomplizierte Durchsetzbarkeit von Ansprüchen auf GdBkurz fürGrad der Behinderung oder Pflegegrad, was der Realität der restriktiven behördlichen Prüfungen widerspricht. Das resultierende Missverhältnis führt häufig zu Enttäuschungen, Frustration und mitunter zu verbalen Angriffen auf die Beraterinnen und Berater. Der Kreisverband hat daher beschlossen, konsequent das Hausrecht anzuwenden, um ein respektvolles Umfeld für Beschäftigte und Ratsuchende zu gewährleisten und die Mitarbeiter zu schützen.

Das Pflegeneuordnungsgesetz

Drohende Einschnitte und die Rolle der Pflegescouts Norbert Zielonka, stellvertretender Vorsitzender, beleuchtete die bevorstehenden gesetzlichen Änderungen durch das geplante Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG). Obwohl der Entwurf noch nicht final verabschiedet ist, zeichnen sich erhebliche Leistungskürzungen ab. Insbesondere sollen bewährte Entlastungsangebote wegfallen: Personen mit Pflegegrad 1 werden voraussichtlich keinen Anspruch mehr auf das neue Sozialraumbudget haben. Auch die Verhinderungspflege, einschließlich des Jahresbudgets und der Kombinationsmöglichkeiten, steht auf der Streichliste. Die geplanten Erhöhungen des Entlastungsbudgets - 39 Euro für Pflegegrade 2 und 3 sowie 89 Euro für die Grade 4 und 5 - können diese umfassenden Einschnitte im Gesamtsystem nicht kompensieren. 

Ab 2027 sind zudem Anpassungen bei den Kosten für Pflegehilfsmittel, der Flexirente und der 30-prozentigen Rentenanrechnung für pflegende Angehörige vorgesehen. Diese Entwicklungen werden pflegende Familien und Betroffene zusätzlich belasten. 

Ein positiver Aspekt ist die Arbeit der sechs aktiven Pflegescouts des Verbandes, deren Einsatzzahlen sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt haben. Sie bieten unbürokratische und direkte Beratung in der häuslichen Umgebung der Pflegebedürftigen an und unterstreichen den hohen Wert ehrenamtlicher Arbeit in Zeiten wachsender bürokratischer Hürden.

Ehrenamtliches Engagement und die Herausforderung der Nachfolge

Das Fundament des VdK-Kreisverbandes bildet das unermüdliche ehrenamtliche Engagement in den Ortsverbänden, bei den Pflegescouts und in den Geschäftsstellen. Peter Jeromin dankte allen Beteiligten, wies jedoch auch auf die demografische Entwicklung hin, die viele Gremien altersbedingt stark belastet. 

Um einen geordneten Übergang zu ermöglichen, machte Jeromin darauf aufmerksam, nach 2028 nicht erneut für das Amt des Vorsitzenden zu kandidieren. Er appellierte an die Mitglieder, geeignete Nachfolger zu finden, um die Kontinuität und Handlungsfähigkeit des Kreisverbandes langfristig zu sichern.

Ausblick und Zusammenhalt

Neben der intensiven Arbeit sorgte ein gemeinsamer Ausflug zu den Karl-May-Festspielen in Elspe für Ausgleich und stärkte den Zusammenhalt. Die nächste Klausurtagung ist für Juli 2027 geplant, bis dahin will der Verband die sozialpolitischen Veränderungen gemeinsam und partnerschaftlich begleiten.

Peter Jeromin, Marc Thiele und Norbert Zielonka bedankten sich abschließend für die konstruktive Zusammenarbeit und das anhaltende Engagement zugunsten der Mitglieder.