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E-Mail für Dich: Vorsicht vor der „Milliardär-Masche“

Ein PC mit einer geöffneten E-Mail
Vorsicht E-Mail © p.r./ki

Von Peter Ries

Immer wieder landen Nachrichten in den Postfächern ahnungsloser Nutzer, die wie ein Sechser im Lotto klingen. Aktuell kursiert eine Nachricht eines vermeintlichen Portfolioberaters namens „Randy Williams“, der vorgibt, im Auftrag des australischen Milliardärs Andrew Forrest ein Vermögen nach dem Zufallsprinzip an zehn Personen weltweit zu verteilen. Doch hinter der edlen Geste verbirgt sich eine eiskalte Betrugsmasche, der sogenannte Vorschussbetrug. Die Absender spekulieren auf die Hilfsbereitschaft und die finanzielle Hoffnung ihrer Opfer, um an sensible Daten oder bares Geld zu gelangen.

Die Anatomie des Betrugs

Die Vorgehensweise folgt einem psychologisch durchdachten Muster. Durch das „Name-Dropping“ real existierender Philanthropen wird eine künstliche Seriösität erzeugt. Wer den Namen Andrew Forrest googelt, findet tatsächlich einen wohlhabenden Geschäftsmann, was das Vertrauen der Empfänger stärken soll. Die Nachricht ist bewusst vage gehalten: Man fragt nach dem Namen, der Telefonnummer oder sogar nach einer bedürftigen Gemeinde, der geholfen werden könnte. Dies dient dazu, eine emotionale Bindung aufzubauen und die Opfer in einen Dialog zu verwickeln.

Sobald der Kontakt hergestellt ist, ändert sich der Tonfall meist schnell. Bevor die versprochene Millionensumme angeblich ausgezahlt werden kann, werden die Opfer gebeten, kleine Beträge für „Notarkosten“, „Transaktionsgebühren“ oder „Geldwäsche-Zertifikate“ vorab zu überweisen. Sobald diese Beträge gezahlt werden, bricht der Kontakt ab – das Geld und die Betrüger sind über alle Berge.

Woran man den Betrug erkennt

Es gibt klare Warnsignale, die jeden hellhörig machen sollten. Erstens: Niemand verschenkt ohne jeglichen Kontext riesige Summen an Fremde per E-Mail. Zweitens: Echte Stiftungen arbeiten niemals über unpersönliche Massennachrichten oder fordern zur Übermittlung privater Handynummern auf. Drittens: Die Aufforderung zur Zahlung von Vorabgebühren ist das sicherste Zeichen für ein kriminelles Vorhaben. Seriöse Organisationen würden solche Kosten direkt von der Fördersumme abziehen oder gar nicht erst verlangen.

So schützen Sie sich richtig

Die goldene Regel im Internet lautet: Wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das meistens auch. Experten raten dringend dazu, auf solche Nachrichten niemals zu antworten. Jede Reaktion bestätigt den Betrügern lediglich, dass Ihre E-Mail-Adresse aktiv ist, was zu einer Flut an weiteren Phishing-Versuchen führen kann. Löschen Sie die Nachricht umgehend und geben Sie unter keinen Umständen persönliche Daten oder Kopien Ihres Personalausweises preis.

Wer bereits Geld überwiesen hat, sollte umgehend die Polizei einschalten und seine Bank kontaktieren, auch wenn die Chancen auf eine Rückerstattung bei solchen Auslandsüberweisungen oft gering sind.

Checkliste: Richtig reagieren im Ernstfall

Sollten Sie eine solche Nachricht erhalten haben oder bereits in Kontakt mit den Absendern stehen, gehen Sie strukturiert nach diesen Punkten vor:

  • Sofortiger Kontaktabbruch: Schreiben Sie keine weitere Nachricht, auch keine Absage oder Beschimpfung. Jede Interaktion wertet Ihre Daten für die Betrüger auf.
  • Keine Dokumente senden: Übermitteln Sie niemals Fotos von Ihrem Personalausweis, Reisepass oder Bankkarten. Diese werden oft für Identitätsdiebstahl genutzt, um in Ihrem Namen weitere Straftaten zu begehen.
  • Nichts unterschreiben: Ignorieren Sie angeblich „offizielle“ Dokumente, Zertifikate oder Verträge, die Ihnen per PDF zugeschickt werden. Diese haben rechtlich keine Bedeutung und dienen nur der psychologischen Täuschung.
  • Zahlungen stoppen: Falls Sie bereits Geld überwiesen haben, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank. Bei Kreditkartenzahlungen oder Lastschriften besteht eventuell eine kurze Zeitspanne für eine Rückbuchung.
  • Beweise sichern: Erstellen Sie Screenshots von der E-Mail, der Absenderadresse und eventuellen Chatverläufen (z. B. WhatsApp). Diese sind für eine polizeiliche Anzeige essenziell.
  • Anzeige erstatten: Gehen Sie zur nächsten Polizeidienststelle oder nutzen Sie die Online-Wache Ihres Bundeslandes. Auch wenn die Täter oft im Ausland sitzen, hilft jede Anzeige dabei, die Infrastruktur der Betrüger (Konten, Webseiten) sperren zu lassen.
  • Spam-Filter trainieren: Markieren Sie die E-Mail in Ihrem Postfach explizit als „Spam“ oder „Phishing“, damit Ihr Anbieter ähnliche Nachrichten künftig direkt aussortiert.

Ein guter Rat für die Zukunft:

Echte Großspender wie Andrew Forrest oder Bill Gates haben professionelle Stiftungen mit offiziellen Websites (Endung oft auf .org). Diese treten niemals unaufgefordert per E-Mail an Privatpersonen heran, um Geld zu verschenken.

Passen Sie auf sich Auf - Niemand verschenkt einfach sein Geld per E-Mail.

 

Autor: Peter Ries: 

Sozialberater Behindertenrecht - ehrenantl. Kriminalprävention für Senioren (ehem. Kriminalpräventiver Rat dr Stadt Düsseldorf)